Fünf Fragen an… Bianca Weidenbusch
Die Deutsche Sherlock-Holmes-Gesellschaft für Fans des Detektivs aus der Baker Street und des viktorianischen Zeitalters!
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Fünf Fragen an… Bianca Weidenbusch

Fünf Fragen an… Bianca Weidenbusch

Wir haben unsere Mitglieder zum Interview gebeten – so auch Bianca Weidenbusch aus der Nähe von Darmstadt. Sie ist ein Mitglied der ersten Stunde in der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft und hat schon viele Reisen und Veranstaltungen mitgemacht.

Wann und wie bist Du eigentlich zu Sherlock Holmes gekommen?

Ich war ungefähr 13 oder 14 Jahre alt, als die SW-Filme mit Basil Rathbone in einem der damals drei möglichen Fernsehprogramme gezeigt wurden. Auch wenn ich heute diese Verkörperung des Meisterdetektivs für nicht wirklich gelungen halte, begann dadurch meine Begeisterung für Sherlock Holmes. Nach und nach kaufte ich mir von meinem Taschengeld dann alle Romane und Erzählungen Conan Doyles.
Damals war ich ein wenig das, was man heute als „Nerd“ bezeichnen würde und ich fühlte mich sehr mit dem intellektuellen scharfsinnigen Außenseiter, der wenig Wert auf menschliche Kontakte legte, verbunden. Während die meisten in meiner Klasse zum Tanzkurs gingen und am Wochenende auf irgendwelchen Partys abhingen, fand ich es damals tatsächlich spannender, mit dem Chemiebaukasten meines Bruders zu experimentieren und meinen C64 zu programmieren. Da gab mir Holmes immer das Gefühl, dass es völlig in Ordnung ist ein Eigenbrötler zu sein und sein eigenes Ding durchzuziehen.

Was gefällt Dir daran, „Sherlockianer“ bzw. „Holmesianer“ zu sein?

Heute finde ich es in erster Linie toll, dass ich durch die DSHG viele nette und Leute mit teilweise verrückten Ideen kennengelernt habe. Ich habe selten so viel gelacht, wie bei den Veranstaltungen und Reisen, die ich mit diesen Gleichgesinnten unternommen habe. Ich glaube, uns eint irgendwie die Eigenschaft, dass jeder nicht so ganz in die „Norm“ passt. Deshalb mag jeder Einzelne Holmes und zusammen ergibt das eine ziemlich skurrile und illustre Gesellschaft.

Inwiefern fließt Sherlock Holmes in Deinen Alltag ein (z.B. Lerntechniken, Eröffnung neuer Wissens- und Interessensgebiete etc.)?

Ich wollte immer eine Sammlung verschiedener Zigarettenaschen anlegen und schauen, ob man die tatsächlich unterscheiden kann. Aber irgendwie ist es dann doch nie zu diesem geruchsintensiven Hobby gekommen …
Was ich mir aber tatsächlich in all der Zeit bewahrt habe, ist meine fast zwanghafte Struktur, meine Vorliebe mit den verschiedensten Sachen zu experimentieren und natürlich meine Begeisterung für analytische Beobachtungen. Meine Schlussfolgerungen sind zwar lange nicht so gut wie die des Meisterdetektivs, aber ich hoffe mal, dass trotzdem nie jemand zu mir sagen wird: „Sie sehen, aber Sie beobachten nicht.“

Was ist ein Dein persönlicher „Schatz” – zu welchem Stück Deiner Sammlung hast Du eine ganz besondere Beziehung oder eine besondere Geschichte?

Vermutlich meine schwarze Bruyere-Pfeife. Die habe ich mir gleich zu Beginn meiner Holmes-Sammelleidenschaft, also mit ca. 14 Jahren gekauft. Damals habe ich dem Verkäufer eine erfundene Geschichte vom Geburtstagsgeschenk für meinen Vater erzählt. Keine Ahnung, ob er mir das geglaubt hat, aber zumindest hat er mir die Pfeife verkauft.
Daraus geraucht habe ich dann aber erst viele Jahre später. Ich war mindestens doppelt so alt und wollte es einfach mal probieren. Geschmeckt hat es mir nicht wirklich, aber der Geruch, der heute noch der Pfeife anhaftet, wenn man an ihr schnuppert, ist ziemlich authentisch.

Wenn Du eine Figur aus dem Kanon sein könntest, welche wäre das und warum?

Schwer zu sagen … Mit Holmes identifiziere ich mich eigentlich nicht mehr wirklich. Eigenbrötlerisch und einzelgängerisch bin ich zwar immer noch, aber mit der unglaublich scharfen Intelligenz des Meisterdetektivs kann ich nun wirklich nicht mithalten.

Wenn ich die Frage daher ein wenig umformulieren könnte in: „Wenn Du eine Figur aus dem Kanon im Theater oder im Film sein könntest, welche wäre das und warum?“, dann wäre die Antwort „Tonga“ aus dem „Zeichen der Vier“. Außer der eher kleinen Statur haben wir nicht wirklich viel gemeinsam, aber gerade das wäre dann für mich die größte und spannendste Herausforderung.

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