
Sherlock Holmes als Krimikomödie in Erfurt!
26/10/2026
© NN Theater Köln
Ein Abend voller Überraschungen – von Dreieich bis ins Dartmoor
(und zum Glück ohne Pause)
Eine Retrospektive des 2025 aufgeführten Theaterstücks: Holmes & Watson – Wer hat Angst vor’m schwarzen Hund?
von Stephan Wailersbacher
Gespielt wurde das Stück, das sich an den Hund der Baskervilles anlehnte, vom NN Theater Köln und hätte auch durch die Lokation Potenzial haben können, doch was schlussendlich daraus gemacht wurde, war … verwirrend.
Ich bin ja offen für neue kulturelle Erlebnisse, aber dieser Theaterabend auf der Burg Hayn war eine echte Prüfung. Schon die Anreise stand unter keinem guten Stern, denn nach einer kleinen, aber feinen geografischen Verwechslung beim Hotel-Check-in, das eigentlich gebuchte Zimmer lag lässige 300 Kilometer entfernt, schaffte ich es immerhin noch, meine Cousine kurzfristig zum Mitkommen zu überreden.
Bereits auf dem Weg zum Burghof färbte sich der Himmel bedrohlich dunkel und kurz vor Einlass kam dann die Durchsage, dass die Besucher bitte sofort Schutz in den umliegenden Gebäuden suchen sollten, da Starkregen drohen würde. Kaum hatten wir die benachbarte Kirche erreicht, öffnete der Himmel alle Schleusen.
Nach dem Gewitter ging es schließlich los. Das Stück kam
zwar wegen der Verspätung ohne Pause aus und im Nachhinein müssen wir sagen:
zum Glück. Hätten wir eine Pause gehabt, wären meine Cousine und ich wohl
gegangen.
Das Bühnenbild war äußerst minimalistisch und der Einstieg
war vor allem eines: rätselhaft. Da spazieren Sherlock Holmes und Dr.
Watson durch das Dartmoor. Sherlock spielt auf einer Klarinette und tut so, als
würde er mit dieser gleichwie mit einer Flinte, auf auffliegende Moorhühner
schießen, wie in einem alten PC-Spiel.
Auch die Rollen der Stapletons, Baskervilles und des
Dienerehepaars Barrymore ließen Fragen aufkommen und als dann Holmes in der
Mitte des Stückes quasi schon die Lösung des Falles präsentierte, war für uns
die Spannung eh verflogen. Holmes & Watson traten in diesem Stück sowieso
eher dezent auf.
Das absolute Mysterium des Abends ereignete sich jedoch am
Ende, denn das Publikum brach in frenetischen Applaus aus. Für uns,
ausgewiesene Experten für Sherlock Holmes und das Theater, war das schlicht
unverständlich. Beides war hier nämlich meilenweit von gut entfernt.
Mein Urteil und das Urteil meiner Cousine, als erfahrene
Beobachter kann daher nur lauten: Dieses Stück bekommt von uns „Die schwarze Perle der Borgias“
verliehen – als offiziell schlechtestes Theaterstück – zumindest in 2025.
Lichtbildliche Impression

© Stephan Wailersbacher

