
DSHG-Stammtisch: Zum Goldenen Wanderfarn
07/01/2026
Der Verleihung des Blauen Karfunkels 2025
Eine Auszeichnung der DSHG für bemerkenswerte Veröffentlichungen und künstlerische Leistungen.
Seit 2012 wird der Blaue Karfunkel von der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft an Autor:innen, Künstler:innen und Verlage vergeben, die sich um Sherlock Holmes und das Erbe Sir Arthur Conan Doyles besonders verdient gemacht haben. So auch in diesem Jahr.
Die DSHG gratuliert allen Gewinnern des diesjährigen Blauen Karfunkels!
„Das ist mehr als ein kostbarer Stein. Es ist der kostbarste Stein überhaupt.“
– Sherlock Holmes

„Sherlock Holmes – Ein Skandal“
Die Kreuzgangspiele Feuchtwangen
Die Kreuzgangspiele Feuchtwangen

Die Kreuzgangspiele Feuchtwangen erhalten den „Blauen Karfunkel“ der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft für ihre außergewöhnliche Produktion Sherlock Holmes – ein Skandal.
Das Stück überzeugte durch seine herausragende visuelle Gestaltung, die trotz bewusst minimalistisch eingesetzter Kulisse eine bemerkenswerte kreative Kraft entfaltete. Mit präzise gesetzten optischen Akzenten, einer intelligenten Nutzung des Raums und einer atmosphärisch dichten Bildsprache entstand eine Bühnenwelt, die das Publikum unmittelbar in das Holmes-Universum hineinzieht.
Der Autor verstand es darüber hinaus, klassische Motive aus dem Sherlock-Holmes-Kanon mit Elementen moderner Popkultur und aktuellen gesellschaftlichen Themen zu verweben. Dadurch entstand ein zeitgemäßes, lebendiges Werk, das traditionelle Holmes-Leserinnen und -Leser ebenso abholt wie ein Publikum, das weniger vertraut mit dem Kanon ist. Diese Verbindung aus Tradition und Moderne schafft eine erzählerische Dynamik, die das Stück ebenso unterhaltsam wie reflektiert macht.
Besondere Erwähnung verdient die differenzierte Charakterisierung von Irene Adler. Ihre Darstellung ging deutlich über ihre bekannte Rolle aus Ein Skandal in Böhmen hinaus und verlieh der Figur neue Tiefe, Handlungsmacht und emotionale Dimension. Damit wurde eine der ikonischsten Figuren des Sherlock-Holmes-Universums auf eindrucksvolle Weise weiterentwickelt.
Das Stück wurde zudem eigens und mit beachtlichem Aufwand für die Kreuzgangspiele Feuchtwangen produziert. Die individuelle Konzeption, die intensive künstlerische Ausgestaltung und der hohe Anspruch an Inszenierung und Umsetzung unterstreichen den besonderen Stellenwert dieser Produktion innerhalb des deutschsprachigen Holmes-Kosmos.
"Der junge Sherlock Holmes"
Hörspielreihe von Floff publishing

Floff publishing erhält den „Blauen Karfunkel“ der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft für die herausragende Hörspielreihe Der junge Sherlock Holmes, die die Jugend des Meisterdetektivs mit bemerkenswerter erzählerischer Kreativität und großem Respekt vor dem literarischen Erbe Arthur Conan Doyles ausgestaltet.
Die Hörspiele verbinden lebendige Figurenzeichnungen, spannende Plots und atmosphärische Schauplätze zu einem Werk, das gleichermaßen junge Hörerinnen und Hörer anspricht wie ein älteres, fachkundiges Publikum.
Besonders hervorzuheben ist die Vielzahl an liebevoll eingearbeiteten Anspielungen auf den Kanon: Aus dem Kanon bekannte Elemente und Figuren, frühe charakterliche Eigenheiten des jungen Holmes oder subtile Verweise auf spätere Fälle schaffen ein dichtes Netz aus Bezügen. Namen, Orte und Motive werden mit feinem Gespür integriert und erlauben es Sherlockianern, zahlreiche kleine Entdeckungen zu machen – sei es ein Nebensatz, der auf zukünftige Abenteuer verweist, eine Figur, die später im Kanon wiederkehrt, oder ein Detail, das als Ursprung eines späteren Markenzeichens erkennbar wird. Diese Einbettung erzeugt eine erzählerische Kontinuität, die Kennerinnen und Kenner des Holmes-Universums mit großer Freude verfolgen.
Die kanongetreue und zugleich originelle Ausarbeitung der Figuren, kombiniert mit den zahlreichen klugen Verweisen, macht Der junge Sherlock Holmes zu einer Hörspielreihe, die das literarische Vermächtnis nicht nur bewahrt, sondern lebendig fortführt. Damit leistet floff publishing einen wertvollen Beitrag zur modernen Holmes-Rezeption und verdient den „Blauen Karfunkel“ in besonderem Maße.
"Sherlock Holmes in Bremen"
Roman von Karina Skwirblies

Die Autorin Karina Skwirblies erhält den „Blauen Karfunkel“ der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft für ihre Buchreihe Sherlock Holmes in Bremen.
In ihren Geschichten verbindet sie auf ansprechende Weise historische Aspekte der Hansestadt Bremen mit Elementen aus den klassischen Sherlock-Holmes-Erzählungen. Diese Verknüpfung verleiht ihren Texten einen besonderen regionalen Bezug, der sich gut in das bekannte Holmes-Umfeld einfügt.
Die Erzählungen erzeugen eine atmosphärische Stimmung, die sich am Stil der Originalgeschichten orientiert, ohne diese lediglich nachzuahmen. Schauplätze und Milieus sind sorgfältig gestaltet und tragen dazu bei, die Handlung nachvollziehbar und lebendig werden zu lassen.
Auch die Figur Sherlock Holmes ist in ihrer Darstellung erkennbar an den literarischen Ursprung angelehnt. Charakterliche Merkmale, Denkweise und Auftreten orientieren sich klar am Vorbild, ohne dabei überzeichnet zu wirken. Ergänzt wird dies durch einen dezenten Humor, der die Geschichten angenehm auflockert, ohne die Spannung oder den kriminalistischen Kern zu beeinträchtigen.
Mit Sherlock Holmes in Bremen hat Karina Skwirblies eine Reihe geschaffen, die sowohl für Kennerinnen und Kenner des Holmes-Kanons als auch für neue Leserinnen und Leser gut zugänglich ist. Ihre Bücher leisten damit einen wertvollen Beitrag zur deutschsprachigen Holmes-Rezeption.
Philipp Schöbi
für seine Forschungsarbeit

Philipp Schöbi erhält den „Blauen Karfunkel“ der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft für seine wissenschaftliche Arbeit und sein besonderes Engagement für das Andenken Sir Arthur Conan Doyles in Österreich.
Durch seine intensive Forschung zur Jugendzeit des Autors am Jesuitenkolleg Stella Matutina im österreichischen Feldkirch hat er wesentlich dazu beigetragen, diesen bislang wenig beleuchteten Lebensabschnitt differenzierter zu verstehen und neue Erkenntnisse über die frühen Jahre des Schriftstellers zugänglich zu machen. Damit hat er das Verständnis für Doyles Entwicklung maßgeblich bereichert.
Seine Forschungsergebnisse stellte er unter anderem im Jahr 2019 vor Ort in Feldkirch einem Fachpublikum vor, was zu einer vertieften Auseinandersetzung mit Doyles Verbindung zur Stadt beitrug. Darüber hinaus hat er sich weiterhin für die Sichtbarmachung dieses historischen Bezugs eingesetzt. Schöbi war maßgeblich daran beteiligt, dass in Feldkirch eine Gasse nach Sir Arthur Conan Doyle benannt wurde – die erste Ehrung dieser Art weltweit.
Dank seiner Forschungstätigkeit und seines beharrlichen Wirkens vor Ort hat Philipp Schöbi das Verständnis für Arthur Conan Doyles Lebensweg in Österreich vertieft und gleichzeitig ein Zeichen gesetzt, das weit über die lokale Erinnerungskultur hinausreicht. Damit wird sein Beitrag zur Pflege des literarischen Erbes in herausragender Weise gewürdigt.

