Fünf Fragen an… Jaqueline Meintzinger
Die Deutsche Sherlock-Holmes-Gesellschaft für Fans des Detektivs aus der Baker Street und des viktorianischen Zeitalters!
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Fünf Fragen an… Jaqueline Meintzinger

Fünf Fragen an… Jaqueline Meintzinger

Wir haben unsere Mitglieder zum Interview gebeten – so auch Jacqueline Meintzinger aus Stuttgart. Sie ist seit 2014 Mitglied der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft und hat damals an der 2. SherloCON (Saarbrücken) mit einem furiosen Auftritt als Irene Adler (BBC) hingelegt. Seit 2017 leitet sie den schwäbischen DSHG-Stammtisch, der in Zeiten ohne Corona regelmäßig alle zwei Monate stattfindet.

Wann und wie bist Du eigentlich zu Sherlock Holmes gekommen?

Das muss 1982 gewesen sein. Damals lief im Fernsehen die Serie „Sherlock Holmes und Doctor Watson“ mit Geoffrey Whitehead als Holmes und Donald Pickering als Watson. Ich war zu dem Zeitpunkt 14 Jahre alt und habe diese Serie wirklich sehr gern gesehen. (Noch Jahre später hatte ich sehr genaue Erinnerungen an die Folge „Die Kindermädchen aus der Baker Street). Vor einiger Zeit gab es die DVD dazu und ich kann sagen, es hat mir immer noch gut gefallen. (Dabei habe ich festgestellt, dass Gatiss und Moffat – anders als von ihnen behauptet – nicht die ersten waren, die das Kennenlernen von Holmes und Watson in ihrer BBC-Serie „Sherlock“ verfilmt haben. Das wurde schon in dieser Serie gezeigt! Eine verzeihliche Wissenslücke bei Gatiss und Moffat, denn diese Serie ist wohl nie in Großbritannien ausgestrahlt worden.) Jeremy Bretts „Sherlock Holmes“ kam erst später, nämlich 1987 ins deutsche Fernsehen. Das habe ich natürlich auch sehr gern angeschaut. Das war ein fester Termin für mich. Aber die Initialzündung waren Whitehead und Pickering. Nach dieser Serie habe ich dann auch angefangen die Bücher zu lesen. Es kann sein, dass mich mein Vater darauf aufmerksam gemacht hat, dass es Sherlock-Holmes-Bücher gibt, aber das weiß ich leider nicht mehr genau. Ich habe mir dann die grünen Ullstein Büchlein gekauft, die ich auch heute noch sehr liebe. Leider habe ich damals die Reihe nicht vollständig gekauft. Keine Ahnung, warum… Erst letztes Jahr konnte ich nach einigen Anläufen meine Sammlung komplettieren.

Was gefällt Dir daran, „Sherlockianer“ bzw. „Holmesianer“ zu sein?

Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Es springt einen einfach an und dann ist man infiziert. Fertig. Aber ich finde es wirklich genial wie viele wunderbare und interessante Menschen ich durch diese zwei Leidenschaften (Holmes und Potter) kennenlernen durfte. Und ich habe dadurch Erfahrungen gesammelt, die sonst einfach nicht passiert wären. Es hat mein Leben bereichert.

Inwiefern fließt Sherlock Holmes in Deinen Alltag ein (z.B. Lerntechniken, Eröffnung neuer Wissens- und Interessensgebiete etc.)?

Inwiefern Holmes in meinen Alltag einfließt? Kaum. Oder schon so subtil, dass ich es gar nicht mehr merke 😉

Ich ziehe einen Krimi einem Liebes- oder Fantasyroman vor. Das auf jeden Fall und dazu hat die frühe Lektüre von Sherlock Holmes sicher beigetragen. Wenn es etwas mit Holmes-Bezug in TV oder Kino gibt, dann sehe ich es mir auch an. Das schon. Aber mehr fällt mir dazu leider nicht ein.

Was ist ein Dein persönlicher „Schatz” – zu welchem Stück Deiner Sammlung hast Du eine ganz besondere Beziehung oder eine besondere Geschichte?

Dazu gehören – aus sentimentalen Gründen – sicher die oben erwähnten grünen Ullstein Büchlein. Aber darüber hinaus habe ich nicht nur einen, sondern zwei besondere Schätze in meiner sehr kleinen Sammlung.

Das eine ist ein Stück Original-Wohnzimmer-Tapete (2 x 10 cm) der BBC-Serie „Sherlock“. Es ist leider kein Stück der schwarzgemusterten Tapete über dem Sofa. Mein Streifen Tapete stammt von der anderen Seite und ziert die Wand mit dem Kamin. Wie ich dazu gekommen bin? Lange und leider auch langweilige Geschichte. Über social media „kenne“ ich eine deutsche Fan-Art-Künstlerin. Diese war auf einer der BBC-Conventions in England. Dort war auch Arwel W. Jones, der Set-Designer der Serie. Und der hatte ein paar Stücke Tapete mit dabei. Ich weiß nicht mehr, ob er die verschenkt oder verkauft hat. Spielt auch keine Rolle. Auf jeden Fall hat besagte Künstlerin davon etwas mit nach Hause gebracht. Sie hat es zurechtgeschnitten und gerahmt und hatte dann noch vier „Schnipsel“ übrig und hat diese auf social media „verlost“ und ich war eine der Glücklichen, die jetzt im Besitz eines Fetzchens Original-Tapete ist. Auch bei mir hängt das gute Stück jetzt in einem Bilderrahmen an der Wand.

Das zweite ist eher ein Kuriosum. Es handelt sich dabei um einen pornographischen Roman von Larry Townsend mit dem schönen Titel „Heisse Fälle für Sherlock Holmes“ (im Original: „The Sexual Adventures of Sherlock Holmes“). Es ist zwar nicht gerade leichte Kost, aber stellenweise recht unterhaltsam. Da der deutsche Verlag „Bruno Gmünder“ meines Wissens nach nicht mehr existiert, wird die deutsche Ausgabe dieses Buches derzeit entweder gar nicht, oder für ein Vielfaches des ursprünglichen Preises zum Verkauf angeboten. Da ich es aus einer Grabbelkiste habe, dürfte dieses Buch das Teil mit der größten Wertsteigerung in meiner Sammlung sein!

Wenn Du eine Figur aus dem Kanon sein könntest, welche wäre das und warum?

Ich denke, das wäre tatsächlich Irene Adler. Diejenigen, die mich kennen, überrascht das jetzt vermutlich nicht wirklich. Aber ich habe wirklich lange darüber nachgedacht – es war keineswegs eine so klare Entscheidung für mich. (Trotz Cosplay der BBC Irene Adler auf einer SherloCon.)

Irene Adler ist klug und schön, hatte eine aufregende und erfolgreiche Karriere als Opernsängerin, hat die Welt bereist und ist so vermögend, dass sie frühzeitig von der Bühne abtreten konnte. Sie hatte eine Affäre mit einem Kronprinzen und hat letzten Endes die Liebe ihres Lebens gefunden und diese auch geheiratet. Sie hat sich immer behauptet – gerade gegen Männer. Das finde ich bewundernswert und wenn ich jemand aus dem Kanon sein könnte, dann wäre das Irene Adler.

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